Sportunterricht im Fitnessstudio: Gerätetraining statt Rönnehalle

Bereits im achten Jahr findet das nicht wie gewohnt in der Sporthalle, sondern an einem außerschulischen Lernort statt: dem Studio „Impuls Fitness GmbH & Co. KG“ in Greven. Schon während der Pausen machen sich die Schüler*innen auf den Weg. Auf jeden wartet dort ein individueller Trainingsplan und an den Stationen stecken Anleitungskarten, wie die jeweilige Bewegung auszuführen ist und was sie bewirkt.
Am Beginn jeder Doppelstunde trifft sich die Klasse aber zunächst mit ihrem Sportlehrer Jörg Klose, Initiator und Leiter des Projekts „Sportunterricht im Fitnessstudio“, im Kursraum des Studios. Hier wird in 10–15-minütigen Theoriephasen erstmal das Gehirn trainiert. Themen wie Muskelaufbau- oder Hyperthropietraining, Kraftausdauer- und Maximalkrafttraining oder Nahrungsergänzungsmittel im Fitnessbereich werden in Kurzreferaten beleuchtet. „Wir wollen den Jugendlichen Hintergrundwissen vermitteln, damit sie ihr Leben lang am Ball bleiben. Deshalb steht das Thema der Gesundheit hier eigentlich im Zentrum!“ Er freut sich außerdem über die reibungslose Zusammenarbeit mit Geschäftsführerin Elke Göcke und Studioleiterin Silke Göcke, die diese besondere Schulstunde unterstützen, wo sie nur können: „Wir erleben hier aktive Schüler*innen, die mit viel Spaß bei der Sache sind!“.
Nach einer Aufwärmphase beginnt das Training dann in Gruppen von 2-3 Jugendlichen, die gegenseitig auf die richtige Durchführung und die Einhaltung der Pausen achten.
In dem geräumigen Studio können alle während der normalen Öffnungszeiten gleichzeitig an Geräten trainieren, ohne dass der normale Ablauf gestört wird. Selbsteinschätzung wird hierbei auch großgeschrieben, erklären Nina Süß und Neda Hassani (Klasse 10b) im Gespräch. Sie sollen lernen, ihren Körper wahrzunehmen und gegebenenfalls Übungen modifizieren, so wie es dem eigenen Fitnesslevel entspricht. „Ich habe viel gelernt, was körperliche Fitness für mein Gesundheit bedeutet!“, so Neda auf die Frage, was ihr der besondere Sportunterricht bedeute. Und Nina ergänzte: „Ich hatte vorher nichts mit Fitnessstudio am Hut. Mir gefällt, dass ich hier die Muskeln trainiere, die ich so täglich brauche. Ich gehe auch gerne aufs Laufband. Meine Kondition ist seitdem viel besser geworden!“
Auch die AOK NordWest als Gesundheitskasse unterstützt das Projekt seit zwei Jahren großzügig.
„Diese gut durchdachte Konzeption, die Ernährung, Bewegung und Gesundheit zusammenführt, hat uns überzeugt und bestätigt aus unserer Sicht, dass die Gesundheit bereits einen hohen Stellenwert an unserer Schule hat“, so Schulleiter Ingo Krimphoff begeistert.
„Und die positive Selbsterfahrung der jungen Menschen an einem Lernort, der aus ihrer Lebenswirklichkeit stamme, führe zu einem aktiveren Lebensstil. Und es sei gerade in diesen Zeiten so wichtig, dass junge Menschen lernen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln mit physischen und psychischen Erfahrungen umzugehen, so Sportlehrer Klose weiter.
Und nach so viel gezielter Bewegung klappt das Lernen in der Schule anschließend sicher nochmal so gut, das freut dann auch die anderen Fachlehrer*innen.